Nordwestliche Böen,
morgens war relativ gutes Wetter, sprich kein Regen und Sonne, mit 14 Grad aber viel zu kühl. Aber ich war ja gebunden an das Ferienhaus, weil mein Litening nicht einsatzbereit war. Trotz Sonne konnte ich nicht fahren und musste zunächst auf die GLS-Lieferung von Cykelshoppen warten. Ich und meine dämlichen Fehler bei Radmontagen. Somit haben wir zunächst einen Film auf Sky gesehen, ein chinesischer Streifen mit Jackie Chan. Technisch erstaunlich gut, aber die Story nicht mein Ding und ich komme mit chinesischen Charakteren sowie Schauspielern zu oft durcheinander. Kann man sehen, muss man nicht. Danach war ein Spaziergang am Strand angesagt. Die Idee hatten erstaunlich viele andere Touristen auch. Der Strand war recht belebt. Wegen den verdammten Hüften bin ich aber nicht so weit gegangen wie die Frau des Hauses, als alter Sack bekomme ich mittlerweile relativ schnell Schmerzen. Somit ging es alleine zum Ferienhaus und ich habe robbend auf der Terrasse versucht, durch die Spalten zwischen den Holzplanken das verschwundene Plastikstück zu entdecken. Natürlich vergeblich. Kurz vor 13 Uhr kam die erlösende Mail von GLS, ich bin sofort in den Brugsen gefahren und habe das kleine Päckchen abgeholt.
Zurück im Ferienhaus wurde sofort die neue Steckachse begutachtet: Passt, das richtige Teil bestellt. Nur ist das Plastikstück mittlerweile fest, man kann es nicht mehr verlieren. Gut für Schussel wie mich, schlecht, weil ich das neue Plastikstück mit der alten Achse verwenden wollte. Also habe ich die neue Steckachse montiert und bin wenige Minuten später mit dem Litening losgerollt. Auf dem Asphalt hatte ich ein Déjà-vu, hmm, das Vorderrad läuft unrund. Nicht so heftig wie am Sonntag am Hinterrad, aber spürbar. Zudem konnte ich über der Nordsee dunkle Wolken sehen, das wird doch wohl nicht regnen?!? Ergo ging es zurück zum Ferienhaus, den Trick anwenden mit mehr Bar im Schlauch, ein Plopp gehört, das unrunde Verhalten war verschwunden. Aber draußen gab es mittlerweile feinen Nieselregen, der immerzu heftiger wurde. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei, alles gut abgetrocknet und es ging los in Richtung Süden. Mein Ziel war Thorsminde, ich liebe es neben den hohen Dünen zu fahren. Auf der Hinfahrt bin ich super gerollt, schnell wie selten. Aber das war kein Wunder, wie ich bei der 1. Pause festgestellen musste. Es gab mächtigen Rückenwind aus Nordwest. Ich habe noch gedacht: Das wird schwer bei der Rückfahrt, du fährst voll gegen den Wind.
Wie schwer wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht und ich bin leider weiter über das Ende des Nissum Fjords hinaus in Richtung Husby gefahren. Kaum hatte ich gewendet, schon hatte ich Wind mit 40km/h und Böen mit 60-65km/h gegen mich. Das war echt mörderisch hart, nach 10km in Thorsminde dachte ich, du rufst die Frau an, abholen, ich komme nicht gegen den Wind an. Aber ich wollte die neue Steckachse nicht bereits am 1. Tag aus- und wieder einbauen. Somit habe ich mich gequält, wobei es teilweise gefährlich war. Ich bin bedenklich in Schlangenlinien über die Straße gerollt: Böe, gegensteuern, Böe weg, Schlenker nach links, Böe, Schlenker nach rechts, gegensteuern usw. Irgendwann war ich nach 76km in 3:06h zurück im Ferienhaus, völligst fertig und kaputt. Eigentlich wollte ich die 80km noch voll machen, aber ich konnte nicht mehr. Nach den 6(!) risted Hotdog bin ich komatös tief im Alkoven eingeschlafen und musste nach 23 Uhr von der Frau geweckt werden. Dementsprechend kann ich jetzt gegen 0:30 Uhr nicht einschlafen. Morgen wird der letzte gute Wettertag, der laufende 1. Herbststurm soll um 8 Uhr zu Ende sein. Ich werde sofort mit dem Litening aufbrechen und die 4. Königsetappe fahren,
Ralf