Tramuntana



Tramuntana,

mache ich das im Urlaub zum Aufhänger des Tages: Das Ziel der aktuellen Radtour. Geschlafen habe ich wundervoll, allerdings war die Nacht kurz nach 6 Uhr bereits zu Ende. Kein Wunder, der Prinz musste auf die Keramik und zudem bin ich schon um 22 Uhr eingeschlafen. Urlaub sowie Rennrad fordern ihren Tribut. Leider waren wir nicht direkt um 8 Uhr beim Frühstück, nur noch schnell duschen. Also, nicht ich wink. Das Essen war lecker wie immer, 1,5 Teller mit Omelette und Schinkenspeck, anschließend noch Obst als Deckblatt. 9:30 Uhr war ich beim Trek-Rennrad, wenige Minuten später auf der Strecke. Ich habe mich auf den Weg nach Pollença und in die Tramuntana gemacht. Direkt hinter Alcúdia hatte ich mich verfahren, ich war auf der vollen Straße in Richtung Palma unterwegs. Somit umdrehen und auf einmal sehe ich einen Trupp von Kollegen von rechts aus dem Gebüsch springen und die Straße kreuzen. Hmm, die wollen bestimmt auch ins Gebirge, hinterher! Und richtig, abseits der stark befahrenen Straßen ging es nach Pollença, danke! Hinter dem Ort beginnt die Einfahrt ins Gebirge, zunächst rollt man noch gemächlich ohne Anstiege. Aber nach ~3-4km geht es los und hört gefühlt nicht mehr auf.

Über knapp 8km geht es permanent bergauf bis auf eine Höhe von über 500 Meter!! Die Oberschenkel haben gebrannt, der Puls rannte und das Herz hämmerte. Obwohl ich mehrfach an Aufgabe gedacht habe, habe ich durchgehalten bis Lluc!! Endlich Pause und endlich Nikotin. Natürlich war alles nass geschwitzt, da haben die Windböen mit 50-60km/h keinen Spaß gemacht. Ich habe heftig gefroren, die Finger steif und blau. Ich habe mich gegen eine Weiterfahrt nach Sóller entschieden und bin in Richtung Inca abgebogen. Ab sofort ging es steil bergab, tolles Panorama! Aber der Wind, die nassen Klamotten und das permanente abbremsen. Meine Hände hätte ich wegschmeißen können. Inca ist eine eher hässliche Stadt, ich habe noch nie so viele kaputte Straßen gesehen. Parallel zur Autobahn MA-13 verläuft die alte Straße für Radfahrer. Auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite wurde mein Befinden aufgrund des Ostwindes nicht besser. Ich war extrem froh als ich nach guten 84km in 4:04h das Rennrad im Hotelkeller abstellen konnte. Ich bin direkt unter die heiße Dusche gesprungen. Im Moment lecke ich meine Wunden, die Beine sind Murks. Aber ich wollte ja ein Trainingslager auf Malle... Was morgen geht, steht in den Sternen. Es soll wohl viel regnen, der Wind wird nicht weniger. Mit viel Glück wird eine kurze Ausfahrt möglich sein.

Wird es halt ein Ruhetag für 40€ (Miete des Rennrades pro Tag),
Ralf