181,
langsam verzweifele ich echt und kann es mir nicht mehr erklären, ich fühle mich verfolgt. Der Sturm ist in der Tat am frühen Morgen abgeflaut, laut Wetterbericht sollte auch die Sonne scheinen. Hat es aber nicht, stattdessen gab es dunkle Wolken ohne Regen. Also bin ich nach dem Frühstück mit dem Litening abgezogen und in Richtung Thorsminde gefahren, um die Königsetappe rund um den Nissum-Fjord in Angriff zu nehmen. Ich bin genau 16,89km bis Fjaltring gekommen, dort ist die Einfahrt auf die 181 und dabei muss ich mir etwas in den Hinterreifen gefahren haben. Wohin auch sonst? Vorderrad wäre langweilig . Auf jeden Fall entwich ganz langsam die Luft und das Fahrgefühl wurde immer schwammiger. Ich dachte mir nur, das wird doch wohl nicht schon wieder ein Platten sein?!? Ich habe angehalten und der Reifen war alles andere als prall . Also konnte ich nur die Frau anrufen und das Begleitfahrzeug anfordern. Zurück im Ferienhaus wurde der Schlauch ausgewechselt, langsam kostet das Geld. Ein neuer Schlauch kostet 6-7€, je nachdem in welchem Land man einkauft.
Was mich auch ärgert: Der nagelneue hintere Reifen hat jetzt einen kleinen Riss, ein potentielles Risiko, wenn der nächste Eindringling genau an dieser Stelle ansetzen will. Immerhin habe ich bei dieser Reparatur nichts verloren oder beschädigt

. Anschließend war ich ermattet, Alkoven. Danach bin ich zum zweiten Versuch aufgebrochen, nur war zu dem Zeitpunkt der Plan mit der Königsetappe nicht mehr möglich, zu spät. Ich bin dennoch bis Thorsminde gefahren, dieses Mal aber hauptsächlich über die 181. Ein kurzes Stück musste ich aber eine kleine Landstraße fahren und wurde überrascht: Du verdammtes Arschloch von Bauer! Der ist rund 200m mehrfach von Feld A nach Feld B sowie zurück über die Straße gefahren und hat dabei Unmengen von Schlamm und Wasser auf der Straße verteilt. Man hatte keine Chance auszuweichen und musste mitten durch den Schlamm fahren. Das Litening und ich sahen aus wie Sau, alles verdreckt mit ganzen Schichten. Zurück im Haus wurden das Rennrad abgespritzt und die Radschuhe unter Hochdruck gesetzt. Meine Klamotten sind direkt in die Waschmaschine gewandert. Auf der Rückfahrt habe ich die Schlammwüste gemieden und bin die 181 bis kurz vor Harboøre gefahren.
Ist allerdings eine blöde Alternative: Kurz vor Ende hat man wegen Eiszeit einen strammen Anstieg von 0 auf 51 Höhenmeter vor sich und vor allem herrscht auf der 181 ein starker Verkehr mit zu vielen LKW. Am Ende waren es 62km in 2:23h. Wahrscheinlich war es die letzte Ausfahrt im Urlaub, denn morgen soll es wiederum regnen. Mein Ziel von 1.000km im Urlaub habe ich gnadenlos gerissen. Aber wie sollte ich das schaffen bei 6 ungeplanten Ruhetagen?!? Hätte ich an allen 13 Tagen fahren können, hätte ich das Ziel locker geschafft. Tja, morgen ist der letzte Urlaubstag, in gut 48 Stunden sind wir leider wieder in Paderborn. Es ist immer wieder erschreckend, wie schnell ein Urlaub vergeht,
Ralf