Verfluchtes Petra



Verfluchtes Petra,

ich musste den dritten Versuch abbrechen, den verdammten Ort zu erreichen. Die Wetterdienste waren unschlüssig, mal im Vergleich zwischen den Anbietern, mal bei ein und demselben Dienstleister. Das lief dann so ab: Kein Regen bis zum Mittag, 5 Minuten später Regen ab 11:30, 5 Minuten später kein Regen, dann doch wieder Regen, aber nur leicht, kein Regen, stärkerer Regen usw. Kurz nach 9 Uhr wurde es mir zu blöde und ich bin einfach in den Hotelkeller gegangen, habe mir das Rennrad in der Box geschnappt und bin in Richtung Süden gefahren, um nach ca. 20km nach Petra abzubiegen. Wie ich mittlerweile weiß, geht es in dieser Region bergauf und ab. Unterwegs konnte ich Heerscharen von Radkollegen begrüßen. Ich scheine nicht der einzige zu sein, der ein Trainingslager auf Mallorca Anfang März für eine gute Idee hält. Ich war gerade 5km von Petra entfernt, der erste Stopp, da fing der Regen an. Zunächst nur leichter, aber ich musste mir etwas überlegen: Weiterfahren oder nicht?!? Ich habe mich für eine Umkehr entschieden, denn ich hatte schon wieder mächtig gefroren. Bis zur Küste blieb es bei den Tropfen, aber dann wurde der Regen immer stärker. Ca. 8km vor dem Hotel der 2. Stopp, die Lage unter einer Bushaltestelle sondieren.

Es kam eine ältere Dame hinzu und wir waren uns total einig: So hatten wir uns Mallorca Anfang März nicht vorgestellt. Mittlerweile regnete es stärker, aber was sollte ich machen? Ich bin durch die Gischt nach Hause gefahren und komplett nass geworden. Im Hotel gibt es eine Art von Fahrraddusche: Gekachelter Bereich, in dem man das Rennrad stellen sowie mit einem Schlauch abspritzen kann. Das habe ich sofort gemacht, denn solange der Dreck noch feucht ist, ist das einfacher und außerdem musste das Rad heute wieder abgegeben werden. Auf eine Diskussion hatte ich keine Lust. Im Apartment habe ich mich sofort umgezogen und meine Sportutensilien geputzt (Schuhe, Computer, Rücklicht). Pünktlich zum SCP-Spiel war ich fertig, das Highlight konnte beginnen! Wenn man mit Braunschweig gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller spielt, erwartet man einen klaren Heimsieg. Der Ball lief super durch die eigenen Reihen, aber vorne fehlte wie so oft in dieser Saison die Durchschlagskraft. So kam es wie es kommen musste, die Eintracht ging durch einen Glückstreffer in Führung und der SCP spielte ohne Erfolg an. Mit Glück gab es in der Nachspielzeit noch das 1:1, 2 Punkte verloren. Noch mal zum Radsport: Heute waren es 65km in 2:43h, in Summe bin ich auf 370km gekommen. Nicht schlecht, aber nicht die geplanten 500km dank des schlechten Wetters cry.

Morgen trudelt der Urlaub langsam aus, Ruhetag,
Ralf