Verkocht



Verkocht,

es schwirren viele Themen durch die Welt, es wird ein bunterer Beitrag. Zunächst gibt es den Standard, meine Radtouren. In der Nacht hatte es noch geregnet, frühmorgens war der Himmel blau bei starkem Wind. Langsam kann ich das belgische Wetter lesen, es sprach nichts gegen eine Tour. Allerdings waren die Straßen sowie Wege teilweise noch komplett nass und vor allem der Wind mit stürmischen Böen war mitunter riskant. Elementare Kräfte haben auf den Litening-Lenker eingewirkt. Bei manchen entgegenkommenden PKW musste ich kräftig durchatmen. Ich bin letztmals neben dem Kanal nach Brügge gefahren, auf dem Hinweg rechts und zurück links. Dazu noch ein Stückchen den Kanal nach Nieuwpoort, um über Ostende in Richtung De Haan zu treten. In unserem Ort habe ich noch einen Abstecher nach Wenduine eingelegt, da ich noch einmal komplett durch De Haan fahren wollte. Am Ende waren es 76km in 3:12h, eine richtig langsame Zeit. Kein Wunder bei dem Wind und der Kälte. Kaum zurück im Haus fielen die ersten Tropfen, perfektes Timing. Eigentlich wollte ich nachmittags noch eine kurze Tour einlegen, denn mir fehlen nur noch knapp 24km bis zu den magischen 1.000! Aber zu müde und zu viel Regen. Das muss ich wohl am Sonntag nachholen.

Sonntag, warum Sonntag? Weil wir bereits morgen nach Hause fahren. Zum einen hat der Große einen runden Geburtstag, meine Urlaubsplanung war miserabel, zum anderen soll das Wetter nicht besser, sondern vielmehr noch schlechter werden. Mir reichen die Böen, genug des Risikos! Somit Zeit für ein Fazit: Mir hat Belgien sehr gefallen, das war mal etwas anderes. Mir gefallen auch De Haan und unser Ferienhaus sehr gut. Und die vielen belgischen Wasserstraßen liebe ich, die sind total genial! Es gibt noch einige, die ich noch nicht gefahren bin. Ich denke, wir werden wiederkommen. Nicht in 2026, aber irgendwann danach. Nur das Wetter hätte deutlich sommerlicher sein können. Allerdings gab es nur einen Regentag, somit keine große Beschwerde von mir. Jetzt zu dem Aufmacher: Im Urlaub schaue ich gerne bei Maklern, was im Angebot ist und wie hoch die Preise sind. Bei einigen Flyern stand ein Stempel "Verkocht". Was zum Henker heißt das? Verkauft. Noch besser finde ich "vermietet". Das heißt "Verhuurd". Da denke ich eher an Rotlicht als an ein Mietobjekt wink. Abends haben wir noch das SCP-Spiel angesehen. Dazu musste ich das Notebook über HDMI am Fernseher anschließen, um Sky über das Notebook zu streamen. Der Sky-Receiver wollte partout nicht mitspielen. Gegen Bochum war es ein spannendes Spiel mit dem richtigen Ende, kurz vor Abpfiff fiel das erlösende 1:0 und dabei ist es geblieben. Nicht unverdient, Paderborn hätte noch 1-2 Tore mehr schießen können, aus meiner Sicht müssen.

Die eigenen Geschenke zu meinem Geburtstag nehmen Formen an, ich habe mir ein Knochenschallkopfhörer bestellt! Es ist ein Shokz Openrun Pro 2 geworden. Warum?!? Der Sound wird über Knochen auf das Innenohr übertragen, so dass das eigentliche Ohr frei bleibt. Ich kann also unterwegs auf dem Rennrad Musik hören und bekomme dennoch den Straßenverkehr mit. Mit klassischen Kopfhörern wäre mir das zu riskant. Wird morgen bereits geliefert und könnte ich am Sonntag ausprobieren. Ich habe gerade den eigentlichen Grund für unsere vorzeitige Rückkehr verraten shades,
Ralf

PS: Mein erstes belgisches Video ist online: Brügge Man beachte das Höhenprofil smile

Schlechtes Timing



Schlechtes Timing,

zunächst war mein Timing richtig gut: Morgens gab es noch viel Sonnenschein, der Wind war erträglich und die Temperatur, nun ja, recht kühl. Aber ich habe für alles die passende Ausrüstung dabei. Regen sollte es laut Radar erst nach 11 Uhr geben, also dicke Handschuhe und zwei Trikots, davon eins langärmelig, für den Astralkörper. Punkt 9 Uhr habe ich im Sattel gesessen und bin zunächst über Klemskerke zur N9 gefahren. Das ist eine Art von Land- oder Bundesstraße. Anstatt schnell zum Kanal Brügge-Ostende zu fahren, bin ich der N9 nach Brügge gefolgt. Eine fürchterliche Straße, der Radstreifen hat eine zu schlechte Qualität und es herrscht dicker Verkehr zwischen Ostende und Brügge. Ich war froh, als ich in Brügge in Richtung des Kanals abbiegen konnte. Natürlich gab es kurze Zeit später die notwendige Pause. Denn durch den vielen Kaffee frühmorgens muss ich gefühlt alle 10km eine Pinkelpause einlegen. Außerdem muss bei Radtouren ausreichend Nikotin zur Leistungssteigerung zugeführt werden wink. Auf jeden Fall wurde wie immer das aktuelle Regenradar gecheckt: Prima, Regen erst ab 13 Uhr, du kannst die Tour verlängern.

Somit bin ich zum nächsten Kanal in Richtung Nieuwpoort abgebogen, um über Oudenburg nach Ostende zu fahren. Die neuentdeckte Route nach Norden durch die Küstenstadt lockte. Ich hatte gerade kurz nach 11 Uhr Bredene erreicht, da fing es leicht an zu regnen. Die geplante Erweiterung der Strecke bis nach Wenduine fiel somit flach. Nicht nur das, der Regen wurde immer stärker und kurz vor dem Haus war es ein Platzregen. Ich habe mich durchgeschlagen und stand nach 56km in 2:16h pudelnass unter dem Vordach des Hauses. Schnell die nassen Klamotten vom Leib reißen und ab unter die Dusche. Vom Mobilfunkausfall in D-Land war ich auch betroffen, auf einmal hatte ich unterwegs keinen Empfang mehr, falsche SIM oder so war die Meldung. Nach der Dusche war ich kurz auf 180, was soll die 1&1-Scheiße?!? Im Fall eines Ausfalls oder Unfalls hätte ich das Begleitfahrzeug nicht anrufen können. In den nächsten Stunden hat es junge Katzen geregnet, an eine zweite Tour war nicht zu denken. Also wollte ich eins der 4 Radvideos nach Kinomap hochladen: Wir haben nur eine Upload-Bandbreite von 10Mbps. Das entspricht ungefähr der Steinzeit und ein Video dauert rund 6 Stunden. Aktuell läuft der x-te Versuch, Abendessen: Wir waren im Frietvosje in Vosseslag, auf Deutsch heißt das wohl Fritten-Fuchs. Eine dicke Empfehlung! Der doppelte und einfache Cheeseburger (Heißhunger halt) waren total lecker, die Pommes auch. Ich bin mehr als satt geworden, selbst ich!, und die Preise sind fair.

Die letzten belgischen Tage laufen frown,
Ralf

Mitteleuropäisches Wetter



Mitteleuropäisches Wetter,

mit das Wichtigste in einem Urlaub ist das Wetter, zumindest wenn man nicht in Südeuropa, sondern im kühleren Mitteleuropa unterwegs ist. Fackeln wir das Thema kurz ab: Es ist kühler geworden, unbeständiger, weniger Sonne, mehr Wolken und es hat leicht geregnet. Wobei ich das perfekte Timing hatte: Trotz der Kühle habe ich um 9 Uhr im Sattel gesessen, zu dem Zeitpunkt schien noch die Sonne. Es ging über Klemskerke zum Kanal nach Brügge, an dem ich erstmals auf der rechten Seite gefahren bin. Die Seite gefällt mir leicht besser, obwohl es einen Abschnitt mit verhasstem Kopfsteinpflaster mehr gibt. In Brügge habe ich direkt gedreht und bin auf der anderen Seite des Kanals zurückgefahren. Um auf genügend Kilometer zu kommen, bin ich erneut nach Oudenburg abgebogen und habe sogar den belgischen Erzfeind, also Ostende wink, in Angriff genommen. Eine der Brücken über die Autobahn ist gesperrt. langsam kann ich Flämisch auf den Schildern verstehen, und ich musste eine andere Route durch die Küstenstadt fahren. Ich habe meine neue Taktik angewendet: Wenn du stur nach Norden fährst, musst du irgendwann zu der großen Straße in Ost-West-Ausrichtung kommen, die du kennst. Richtig gepokert und ich habe mich nicht verfahren smile.

Zum Abschluss habe ich noch eine Runde durch De Haan gedreht, ich bin durch die Viertel mit den schönen weißen Villen gefahren. Das muss das alte De Haan mit den damaligen Auflagen vom König Leopold II. sein: Einschränkung der Bauhöhe und freistehende Häuser im Grünen. Das sieht sehr schön aus, ich möchte aber nicht wissen, was ein Haus kostet. Ich schätze, das wird schnell siebenstellig. Durch diesen letzten Schlenker sind es mehr als 60km geworden und ich bin nach 72km in 2:51h vor unser Ferienhaus (keine weiße Villa shades) gerollt. Absolut passend, denn ca. 10 Minuten später setzte feiner Regen ein. Das wäre im Sattel unangenehm geworden. Aber ich bin zufrieden: Der Urlaubstacho zeigt jetzt 843,89 Kilometer an und im Jahr 2025 habe ich über 8.000km hinter mir. Woher ich die fehlenden 2.000km nehmen soll, ist mir allerdings ein Rätsel. Den Rest des Tages haben wir im Haus verbracht und ich habe die bisher aufgenommenen Radvideos bearbeitet. Heute gab es auch eins, ich wollte unbedingt den Brügge-Kanal auf Video haben. Besonders bei der Tour ab Veurne an der Küste entlang musste ich viel schneiden, danke an die Ampeln!!! Und das Schneiden eines GPX-Tracks synchron zum Video ist alles andere als trivial. Es wundert mich, dass es keine Software gibt, die das in einem Schritt leistet. Ausblick: Das Wetter wird noch unbeständiger mit deutlich mehr Wind und kühler.

Ich werde mein Bestes geben, irgendwie 50-60km mit dem Litening unterzubringen. Die muss ich eventuell in mehreren Etappen morgens und nachmittags fahren,
Ralf

Küstenüberlastung



Küstenüberlastung,

erst wollte das Wetter keinen Schwung aufnehmen, am Ende ist es ein traumhafter Tag geworden. Früh am Morgen war es mit 9 Grad empfindlich kühl, zudem zogen dicke Wolkenbänder über uns, so dass die Sonne keine Chance hatte. Das wurde und wurde nicht besser. Selbst um 9 Uhr, meine übliche Abfahrtzeit, hatten wir erst 10 Grad. Viel zu kalt für mich. Danach kam endlich die Sonne durch und die Lage wurde minütlich besser. Gegen 10 Uhr konnte ich mich endlich umziehen, zur Sicherheit gab es noch ein langärmliges Trikot. Danach rollten das Litening und ich auf belgischen Straßen, unschlüssig wohin die Reise gehen soll. Erst in Klemskerke stand der ganz grobe Fahrplan fest: Es sollte von Oudenburg in den Süden gehen, letztendlich ist es Torhout geworden. Keine Ahnung warum. In Gistel bin ich ein wenig durch die erstaunlich große Stadt geirrt. Mein Puls war irgendwann bei 193 Schlägen, das geht in meinem Alter überhaupt nicht. Vielleicht bin ich wirklich erst 30 wink. Anschließend ging es auf der schnurgeraden N33 nach Torhout. Dort war die Beschilderung verwirrend, teilweise wusste ich nicht, ob ich mit einem Rennrad erlaubterweise unterwegs war. Togal, ich bin fix gerollt. Weiter bin ich die ebenfalls recht gerade N32 über Zedregem nach Brügge getreten. Durch die wunderschöne Stadt bin ich erneut geirrt, alles nicht so einfach.

Danach war bei leichtem Wind Knokke-Heist das Ziel, wo ich erstmals auf der 4km langen Promenade bis nach Zeebrügge gefahren bin. An dieser Stelle ist die Küstenbebauung kein Stück besser als in Blankenberge, es ist schrecklich: Hohe Bauten, der Strand voll gepflastert mit Häuschen, Bars, Kinderbelustigung usw. Zu der Zeit habe ich bereits ziemlich in den Seilen gehangen, ich war fix und fertig von der Strecke. Mein Puls hatte sich mittlerweile zwischen 150 Und 160 Schlägen eingependelt. Ich wollte nur noch nach Hause, was ich gegen 15 Uhr nach 101km in 4:13h geschafft hatte. Mein Puls ist spätabends weiterhin viel zu hoch, ein klares Indiz für Überlastung. Auch wenn es ab Donnerstag für den Rest des Urlaubs leider stürmisch werden soll, werde ich es morgen ruhiger angehen lassen. Es sollten und müssen maximal 60km ausreichen. Aktuell stehe ich bei guten 771km, die 1.000km zu erreichen wäre normalerweise nur noch ein Klacks. Wegen des Sturmes steht aber ein gewisses Risiko im Raum. Spätnachmittags sind wir nach De Haan gefahren und durch den Ort geschlendert. Für mich ist es das schönste Stück Küste von Belgien. Mir gefällt es hier! Da ich weiter Heißhunger auf Burger mit belgischen Pommes (endlich!) hatte, sind wir im Hotel Astel eingekehrt. Der Astel-Burger und die für mich doppelte Pommes-Portion waren total lecker, auch die frisch gezapften 2 Biere haben wunderbar geschmeckt. Klare Empfehlung!

Der Aufmacher ist auf beides gemünzt. Ich stehe klar unter Radüberlastung an der Küste und die Nutzung der Küste ist massiv,
Ralf

PS: Kurz nach 8 Uhr war das Kabel-Internet ausgefallen, selbst ITler-AEG half nichts. Rennt aber wieder.

Ostende-Dschungel



Ostende-Dschungel,

es war gestern nur ein kurzes sommerliches Intermezzo, heute ist alles auf Normalnull gefallen. Sprich, ein Mix aus Sonne und vielen Wolken, deutlich kühler, nur Regen hat es nicht gegeben. Somit sprach nichts gegen eine weitere Radtour, ich hatte mir die Strecke über Blankenberge nach Brügge und weiter neben den Kanälen ausgesucht. Die Küstenstadt hasse ich mittlerweile, absolut nicht fahrradfreundlich und es ist einfach zu viel Verkehr. In diesem Urlaub werde ich den Ort ab sofort meiden. Die Straße nach Brügge ist leider stark befahren, hat auch nicht so viel Spaß gemacht. Schön waren natürlich die Kanäle, zunächst ging es Richtung Oudenburg und kurz vorher bin ich bei dem nächsten Kanal abgebogen. Da im westlichen Hintergrund dunkle Regenwolken drohten, bin ich nach rund 10km in Richtung Ostende abgebogen. Der nächste Fehler, dickster Verkehr, die nächste Stadt, die mir stark auf die Nerven geht. Und natürlich habe ich mich erneut in Ostende verfahren, irgendwann wusste ich nicht mehr, wo ich bin. Ich bin einfach dem Sonnenstand nach in Richtung Osten gefahren, irgendwann musste der geliebte Kanal auftauchen. Und richtig, ich fühlte mich wie zuhause und bin auf bekannten Wegen zum Haus gefahren.

Durch den Irrweg waren es mit 83km in 3:24h mehr Kilometer als geplant. Erst zum morgigen Ausblick, dann die weiteren Themen: Die Frau will mit der Küstentram nach Knokke-Heist fahren, ich habe freie Radbahn! Ich kann also eine längere Tour mit rund 100km vorsehen. Ich will ins südliche belgische Landesinnere vordringen, mir schweben Diksmuide oder Handzame vor. Das Wetter soll ähnlich wie heute werden. Nachmittags sind wir mit dem VW-Elch erneut nach Blankenberge fahren. Unabhängig vom Litening mag ich die Stadt ebenso nicht. Direkt am Strand wahre Bettenburgen mit Appartements und Studios. Der Strand ist komplett voll gestellt mit kleinen Häuschen, Kinderattraktionen und Barbetrieben. Schön geht anders und mir wäre mein Geld für einen Urlaub zu schade. Das gilt übrigens für fast die komplette belgische Küste. Die Ausnahmen sind: De Haan (es war mehr Zufall oder Glück, dass wir hier gelandet sind), Winduine und Knokke. Alle anderen Orte würde ich meiden. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, ich habe mein 1. Geburtstagsgeschenk bestellt, es gibt ein neues Radtrikot. Aha, und wo ist der Witz?!? Der ist der Aufdruck auf dem weißen Trikot: Yes, I do have a retirement plan. I plan on cykling wink Mir gefiel es spontan so gut, dass ich sofort geordert habe.

Morgen gibt es endlich belgische Pommes,
Ralf

Hochsommertag



Hochsommertag,

die Wetterfrösche hatten Recht und wir den perfekten Urlaubstag: Sehr viel Sonne und vor allem bis zu 30 Grad warm, es war herrlich! Morgens war es noch relativ frisch, was ich ab 9 Uhr im Sattel bemerkt habe. Vorab hatte ich noch den Großen verabschiedet, der bereits heute nach Hause gefahren ist. Er war übrigens nach exakt 5 Stunden wieder in Paderborn, sonntags scheint gut zu sein für die Fahrt durch den Ruhrpott. Ich dagegen dachte mir, sonntags ist vielleicht in Ostende nicht allzu viel auf den Straßen los. Ich wurde dennoch gequält und war froh als ich in Westende in Richtung der Kanäle abbiegen konnte. Es ist unglaublich, wie viele Kollegen/innen mir begegnet sind. Es ist aber auch eine traumhafte Umgebung an den Kanälen. Zunächst bin ich mehr als 10km einem Kanal bis hinter Oudenburg gefolgt, um anschließend in den wunderschönen Kanal nach Brügge abzubiegen. Im Wasser waren erneut Ruderboote. Ich habe wieder die Windrichtung (Südosten) falsch eingeschätzt, bis Brügge musste ich kämpfen, Die restliche Fahrt bis Blankenberge und weiter nach De Haan war dagegen ein Traum, es rollte einfach. Am Ende waren es 91km in 3:43h, länger als geplant und ich war erst 13 Uhr wieder im Haus.

In den letzten 4 Tagen bin ich über 400km(!) gefahren, meine Beine sind weich und bräuchten eigentlich eine Erholung. Wird es aber nicht geben, ich habe einen Plan und das Wetter bleibt gut. Kurz nach meiner Rückkehr sind wir sofort zum Strand aufgebrochen, man muss dieses Wetter ausnutzen. Leider ist das an der belgischen Küste mit einem längeren Fußmarsch verbunden, weil Strand und Häuser durch die Küstenstraße und die Tram abgetrennt sind. Man muss zu den offiziellen Übergängen marschieren. In unserem Fall liegen wir quasi direkt an der Küste, müssen aber ca. einen Kilometer gehen. Wenn man ankommt, ist man durchgeschwitzt. Es war unglaublich, was am Meer los war. Wahre Heerscharen haben die Gelegenheit genutzt. Wir haben nur gut eine Stunde ausgehalten, zum einen verbrutzelt einem die Sonne am Meer auch im September sofort die Haut und zum anderen war ich dehydriert cry. An der Bar am Strandausgang brauchte ich zwingend ein Kaltgetränk für teure 4€ (0,25cl) als Sofortmaßnahme wink. Im Haus gab es gleich das nächste eiskalte Bier. Ausblick: Für die geplanten 1.000km fehlen mir noch 410, an 6 Urlaubstagen sollte das machbar sein. Dementsprechend plane ich morgen nur 70km zu fahren. Ach ja, ein Supermarkt hat sonntags doch offen, der Delhaize in De Haan, wo wir noch eingekauft haben.

Urlaub in Belgien ist gut, kann ich empfehlen,
Ralf

Belgische Pizza



Belgische Pizza,

eigentlich war es ein guter Tag, es gab leider nur einen schlechten Abschluss. Kommen wir zunächst zum Wetter, das ist schließlich der wichtigste Punkt in einem Urlaub: Wärmer als gestern, mehr Sonne, leider auch Wolken, kein Regen und Wind erträglich. Somit bin ich pünktlich direkt nach dem Frühstück mit dem Litening aufgebrochen und habe ein neues Teilstück ausprobiert: Von Bredene ging es nach Oudenburg zum Einstieg in das Kanalwesen shades. Ich bin an dem wunderbaren Kanal bis knapp vor Nieuwpoort gefahren, leider kann man den letzten Kilometern bis zu dem Ort nicht der Wasserstraße folgen. Somit folgte das nächste neue Teilstück über Mannekensvere, die haben Ortsnamen hier... An dem Kanal nach Dünkirchen habe ich die GoPro-Kamera gestartet, bis nach Veurne ist es wunderbar, dem Kanal zu folgen. Weiter ging es nach De Panne, um bis zum Haus an der Küstenstraße zu fahren. Wenn man die Fahrt aufnehmen will, ist das eine dumme Idee aufgrund der zu vielen Stopps wegen Ampeln und Verkehr. Ich werde das Video und vor allem den GPX-Track schneiden müssen.

Leider musste ich mal wieder durch Ostende fahren, ich mag die Stadt aus Radfahrersicht überhaupt nicht, der starke Verkehr nervt. Die letzten Kilometer bin ich völlig ermüdet einfach gerollt, die über 300km in genau drei Tagen spüre ich langsam. Die Beine sind dadurch schwer und müde, aber ich habe die 98km in 3:58h natürlich am Ende geschafft, auch wenn ich später im Haus war als geplant. Eigentlich wollte ich nur ~80km fahren und danach zum Strand gehen. An das Gehen war nicht zu denken, die Beine. Somit bin ich irgendwann total platt auf dem Sofa eingeschlafen und habe die Rückkehr des Familienrestes, der Rest bin ich wohl eher ich wink, aus Gent nach deren Bahnfahrt nicht mitbekommen. Die Beiden müssen, von mir wiederum unbemerkt, kurze Zeit später zum Einkaufen aufgebrochen sein und sind mit Pizza zurückgekehrt: Die belgische Pizza ist zwar lecker, aber sehr dünn und knapp belegt, ich hätte gerne viel mehr Meeresfrüchte bekommen. Aber irgendwie bin ich wohl satt geworden, denn kurze Zeit später bin ich erneut lange auf dem Sofa entschlafen und erst knapp vor Mitternacht(!) wachgeworden. Es war ein verkorkster Tag mit einer Mischung aus langer Tour und zu viel Sofa. Ausblick: Morgen ist Halbzeit des Urlaubs, der Große fährt nach Hause zurück, ich plane eine Radtour von nur 80km, um anschließend bei 28 Grad(!) an den Strand zu gehen. Vielleicht fahre ich den einen Kilometer auch mit dem VW-Elch.

Hängt von den müden Knochen ab,
Ralf

Flandern-Runde



Flandern-Runde,

im Grunde hat sich sehr viel von gestern wiederholt: Das Wetter war gar nicht schlecht, viel Sonne pur, die Temperatur von knapp 20 Grad hat auch gereicht, der Rest war unterwegs, aber leider hat auch der Wind genervt frown. Es gab zwar keine Böen mehr, aber der straffe Wind war erneut nervig. Ich konnte etwas länger schlafen, war aber nach viel Kaffee (die Pinkelpausen unterwegs sind stressig wink) kurz vor 9 Uhr unterwegs. Zunächst ging es über Klemskerke ins Landesinnere, weiter Richtung Ostende, um den Kanal nach Brügge zu erreichen. Ich bin total schock-verliebt in die belgischen Kanäle! Es ist ein Traum neben den Kanälen mit dem Litening zu treten. Kein Verkehr, diese Ruhe, diese Gelassenheit, die die Kanäle ausstrahlen. Baut mehr Kanäle in Deutschland mit integrierten Radwegen! Es ging rund 20km bis Brügge, das ich quasi auf dem Ring mit dem Kanal umrundet habe. Ich bin weitergefahren bis Maldegem, gar nicht so klein. Da die niederländische Grenze nicht weit entfernt ist, bin ich natürlich nach Holland gefahren. Auf Google-Maps sah die Radstrecke in Holland kurz aus, war es aber mit gut 20km nicht.

Bis dahin war ich gut unterwegs, aber auch weil ich die Orientierung verloren hatte. Wir hatten Westwind und ich dachte, der würde mir auf der Hinfahrt entgegen blasen. Hat es aber nicht, weil Westen "links-unten" war. Ich habe auf der Rückfahrt von gut 50km stark gelitten. Teilweise hatte ich das Gefühl stehenzubleiben, nichts ging mehr und ich war extremst platt. Im Grenzgebiet gibt es am Sonntag einen Triathlon, man konnte viele Kollegen(innen) beim Training beobachten. Zurück ging es über Knokke-Heist, leider Seebrügge und entlang der Küste bis De Haan. Nach 107km in 4:27h war ich ziemlich fertig zurück im verwaisten Haus. Die anderen waren in Frankreich unterwegs, man hat sich Calais und Dünkirchen angesehen. Bei mir war tote Hose für den Rest des Tages angesagt, meine Beine sind ziemlich fertig. Morgen muss ich mir etwas anderes überlegen, die Küste und auch Klemskerke sind abgenudelt. Vielleicht fahre ich in Richtung Lille/Roubaix. Ich werde es etwas ruhiger angehen, 80-85km sollten reichen, und nachmittags nach 5 Tagen mal wieder zum Strand gehen. Der Rest will nach Gent fahren, mit dem Auto, pfui! Im Moment liege ich wieder im Plan, die 1.000km sind wieder machbar. Unglaublich, die erste Urlaubswoche ist fast vorbei, die Zeit verfliegt. Ich will endlich die berühmten belgischen Pommes haben! Möglichst mit dick Ketchup und Mayo!

Der Plan für das morgige Abendessen steht shades,
Ralf

Wasserstraßen



Wasserstraßen,

es könnte bereits die Königsetappe des Urlaubs gewesen sein und vom gestrigen erzwungenen Ruhetag habe ich ein gutes Stück aufgeholt. Wie immer der Reihe nach. Nachdem ich bereits kurz nach 5 Uhr aus dem Bett gefallen bin, den Grund verrate ich besser nicht, musste ich mir ca. 3 Stunden die Zeit vertreiben, bis der Rest der Familie endlich wach geworden war. Nach dem Frühstück und sehr viel Kaffee stand die übliche Frage an: Was jetzt tun? Der Rest wollte mit Tram und regulärem Zug nach Brügge fahren, ich war auf mich alleine gestellt. Denn es gibt nur ein Fortbewegungsmittel für mich (neben VW-Elch wink): Meine Rennräder! Draußen war es sonnig, aber kalt, und laut Wetterbericht könnte es kurz nach 12 Uhr regnen. Einfach losfahren und das Risiko eingehen? Ich habe mich dafür entschieden, aber noch ein langes Trikot angezogen. Besser war das. Ich bin ins Landesinnere nach Klemskerke gefahren, so klein ist der Ort nicht. Weiter ging es in Richtung Ostende, unterwegs habe ich einen Kanal, also ein Schiffsweg für relativ große Pötte, entdeckt. Das tolle in Belgien ist, an den meisten Kanälen führt parallel ein Radweg entlang, der nur für den besseren Teil der (Rad-)Menschheit reserviert ist. Leider musste ich nach einigen Kilometern feststellen: Falsche Richtung nach Brügge, denn ich wollte nach Frankreich.

Also kehrtmachen und wieder nach Ostende fahren. Zum Glück folgte kurze Zeit später der nächste Kanal in Richtung Nieuwpoort. Dem bin ich lange gefolgt, es waren heute in Summe ca. 30km an Kanälen entlang. Nur kurz vor Nieuwpoort musste ich den Kanal verlassen und leider über Westende fahren. Bis nach Veurne ging es an mir bekannten Strecken entlang. Danach musste ich mich durchfragen, die Belgier sind sehr nett und alle hilfsbereit. Außerdem ist Google Maps der Freund der Radfahrer. Kurz hinter Adinkerke hatte ich es geschafft: Heiliger französischer Radboden deutscher Nation shades. Ich bin noch die wenigen Kilometer nach Bray Dunes gefahren, um am Meer (gut, Kanalküste) eine Pause einzulegen. Bis dahin hatte ich gegen den südlichen Wind schwerst zu kämpfen: Permanent 35km/h, dazu Böen mit bis zu 60km/h. Auf das Litening haben große Kräfte eingewirkt. Dafür war die Rückfahrt mit dem Wind im Nacken umso schöner, das Treten war auf einmal derart einfach. Ich bin die komplette Küste entlanggefahren, De Panne, Koksijde, Nieuwpoort usw. In Westende hat mich ein belgischer Radkollege angesprochen: Alles in Ordnung? Jaja, wir habe noch ein bisschen gequatscht. Kurz nach 14 Uhr nach 117km in 4:40h war die Tour zu Ende. Ab Westende hat es mich noch erwischt, leichter Regen. Der richtige Guss kam zum Glück erst, als ich im Haus war.

Danach waren nur noch Einkauf, Essen und Sofaschlaf angesagt, meine Beine sind müde. Ausblick: Die Zwei wollen morgen mit dem Auto nach Frankreich fahren, wie langweilig. Das Wetter soll sich beruhigen, weniger Wind, mehr Sonne, aber nochmals kühler cry. Ich werde dem Kanal nach Brügge folgen, um nach Holland zu fahren und anschließend an der Küste zurückzukehren. Es sollen wieder 100km und mehr werden, man muss die Gelegenheit nutzen. Im Ferienhaus werde ich mich anschließend auf der Terrasse in die Sonne setzen und den maladen Körper pflegen,
Ralf

Belgische Nullnummer



Belgische Nullnummer,

frühmorgens wird man wach und draußen ist alles nass, blöder Regen. Zudem dunkle Wolkenbänder und frischer Wind, der im Laufe des Tages deutlich stärker geworden ist. Außerdem hörten die Wolkenbänder nicht auf, gelegentlich fiel immer wieder Regen, von leicht bis stärker war alles dabei. An eine Rennradtour war nicht zu denken, auf dem Litening wäre es bei dem Wind, unabhängig vom Regen, gefährlich geworden. Ich bin im Haus geblieben und der Zweierrest hat sich mit der Kusttram auf den Weg gemacht. Man war in Ostende und Nieuwpoort, letzteres soll sehr schön sein. Vielleicht sollte ich nächstes Mal nicht durch den Ort rasen, sondern Rast machen wink. Die Küstentram ist faszinierend, denn die führt von Knokke an der niederländischen Grenze bis De Panne an der französischen, rund 67km mit genau 67 Haltestellen. Optisch sehen die Züge wirklich wie Straßenbahnen aus. Es gibt einen Einheitstarif, pro Fahrt, egal von wo bis wo, nimmt man 3€, das Tagesticket kostet 9€.

Mitgebracht wurden ganze, gebratene Hähnchen, die gut und lecker waren. Dazu Reis mit Sauce Hollandaise, ich bin so einfach zufriedenzustellen shades. Ich dagegen habe nichts, absolut gar nichts gemacht. Ach doch, es wurde geduscht, WLAN beim Sky-Receiver eingerichtet, so dass wir Filme streamen können, und ich habe die Internet-Unterputzdose in der Wand montiert. Die hing locker heraus und ich mag so etwas nicht. Ansonsten habe ich meiner Kernkompetenz gefrönt, Sofaschlaf. In jedem Urlaub in ich in der 1. Woche einfach nur müde, müde, müde und will nur schlafen, schlafen, schlafen. Der morgige Tag steht in Sternen, wettertechnisch soll es im Prinzip eine Wiederholung von heute geben, Regen und Wind. Warten wir es ab, vielleicht kann ich eine Strecke von 50-60km unterbringen. Ein zweiter Ruhetag in Folge wäre absolut blöde. Der Kaminofen im Haus fasziniert mich, ich würde den am liebsten starten. Warum das? Einen Ofen mit Stromanschluss habe ich noch nicht kennengelernt. Der wird mit Pellets betrieben und den Strom braucht man für die Zündung. Die Pellets rutschen automatisch von oben nach. Ich würde gerne live sehen, wie das funktioniert, wie lange eine Ladung mit Pellets hält und wie die Heizintensität ist.

Aber so kalt ist es noch nicht,
Ralf